Wir haben beschrieben wie glücklich wir mit unserem Camping Platz und seinen Buchten sind. Dennoch reizt es uns natürlich die Umgebung zu entdecken.

Die Landschaft ist wirklich beeindruckend und abwechslungsreich. Aufgrund der Berge allerdings recht mühselig zu bereisen. Besonders die vielen Kurven setzen den kleinen Passagieren auf der Rückbank zu.

Dennoch machen wir einige Ausflüge zum Beispiel zum Windsurfen am Spiaggia di Santa Lucia (AT Watersports Sardegna). Für 20 Euro in der Stunde bekommt Ihr Board, Rigg und türkises glasklares Wasser. Ein Brett zum Üben für die Kids bekommen wir gratis dazu.

Bei bis zu 45 Grad im nicht vorhanden Schatten verbrennen wir uns selbst mit Flip Flops die Füße im heißen Sand. Wassersport ist eindeutig die beste Alternative angesichts der Hitzewelle über Italien.

Eine weitere Alternative bei der exzessiven Hitze ist der Besuch einer der 300 Grotten und Höhlen auf Sardinien. Die Fahrt zur Grotta Su Marmuri dauert über zwei Stunden, aber auch die Landschaft ist wie gesagt sehr abwechslungsreich. Die Höhle bei Ulassai gehört zu den schönsten und größten der Insel.

Die 1km tiefe Höhle hat ein konstantes Klima von ca. 10 Grad Celsius. Daher bietet sie Fledermäusen ganzjährig eine optimales Refugium und uns zum Ende hin schmerzhaft abgefrorene Füße. Die Tropfsteinhöhle ist eine der größten in Italien und gehört zu den wichtigsten in Europa. Je tiefer wir hineinkommen, desto beeindruckender werden die Steinformationen. Teilweise ist die Höhlendecke hier 70 Meter hoch. Es fühlt sich also an wie in einer Naturkathedrale.

Unsere Abenteuerlust ist für heute gestillt. Wir treten unsere Heimfahrt an und wissen, dass wir spät zurück sein werden. Da wir wenig nette Restaurants unterwegs gesehen haben, beschließen wir erst in zwei Stunden bei uns im Ort zu essen.

Aufgrund einer Umleitung kommen wir etwas vom Weg ab. Eine Straße ist komplett von einer Kuhherde belegt. Auf einer anderen Straße springen deutlich agilere Schafe in Sicherheit.

Als wir versehentlich an einer wilden Müllkippe vorbei kommen, machen uns mehrere Hunde klar verständlich, dass sie uns für Eindringlinge auf ihrer Straße halten und laufen bellend am und vor dem Auto mit. Ich versuche die Kleffis nicht zu überfahren. Ich erinnere mich noch 20 Jahre danach, wie einem risikofreudigem Hund der Schwanz von einer Bahn in Ecuador abgefahren wurde. Den Anblick würde ich den Kids gerne ersparen.

Während ich überlege, ob die Hunde den Reifen zerbeißen könnten, ich mir ausmale wie es wäre mit zwei Kindern und ohne Handy-Empfang hier bei den Hunden zu stehen, gebe ich wieder Gas. Hunde und Reifen bleiben unversehrt.

Sehr hungrig und im Dunkeln kommen wir in Orosei an. Beim Einparken vor einem lauten Jahrmarkt und ungeduldig wartenden Autos kommt es dann zu einem lauten Rumms. An der Beifahrerseite steht eine Laterne so unglücklich im Weg, das es richtig knallt. Mein Fehler. Habe meine Konzentrationsfähigkeit überschätzt. Keiner verletzt, da der Rest der Familie schon in der Pizzaria wartet. Bange Sekunden, wie stark ist der Bulli in Mitleidenschaft gezogen? Die Stoßstange ist aus der Halterung gebrochen, die Lampe angebrochen, der Radhauskasten leicht verzogen.

Wie immer, jetzt hilft es nur die Situation anzunehmen. Mit Panzertape kleben wir die Teile zusammen, um Salty fahrtüchtig zu halten.

Nach einigen Gesprächen mit der Versicherung, dem ADAC und unseren Mann Tim Krug bei VW Wichert in Hamburg entscheiden wir, den Bulli erstmal mit Spax-Schrauben und die Lampen mit Klarsichtfolie zu sichern. Dass sollte für die 2.000 km bis Hamburg ausreichen.

Wir haben als Familie schon andere Situationen überstanden. Schön zu wissen, dass wir auch solche Erlebnisse mit einer gewissen Gelassenheit wegstecken und lösen können. Wir halten zusammen wie Panzertape und Salty.

Um unser Glück nicht zu strapazieren, verschieben wir den geplanten Motorbootausflug mit unversicherten Booten zum Selberfahren auf unseren nächsten Aufenthalt in dieser Gegend. Sardinien, wir haben noch lange nicht genug von Dir.