Ihr habt sicher alle schon mehrere alte Städte und Altstädte im Süden besucht. Für uns gehört das malerische Bonifacio zu den schönsten dieser Art. Gut möglich, dass das französische Wort „pittoresque“ hier erfunden wurde.

Grain de Sable

Die mittelalterlich Ville Haute liegt hoch auf einem Kalkstein-Massiv. Die Klippen fallen senkrecht 70 Meter in die Tiefe. Oben angekommen wird man nicht nur mit einem Ausblick auf das 12 km entfernte Sardinien und die Südküste Korsikas belohnt.

Trotz Hochsaison und Touri-Hochburg strahlt die Altstadt eine gelassene Ruhe aus. Der Boule-Profi stört sich nicht am Foto und zeigt uns ein paar Tricks. Très gentil.

Hier oben kann man sich wunderbar treiben lassen, die Altstadt mit ihrer Zitadelle erkunden, einen Café au Lait geniessen und auf dem Küstenstreifen hoch über dem Meer entlang spazieren.

Da wir mit Kids unterwegs sind, werden wir rechtzeitig daran erinnert mit der Bimmelbahn zurück zur Marina zu fahren. Hier kann man sich die Mega-Yachten aus der Nähe ansehen. Und da wir schon mal hier sind, buchen wir uns direkt auf ein Ausflugsschiff von Corsair ein. Als „Etudiants de la Vie“ bekommen wir einen Studentenrabatt.

Die wackelige Fahrt geht zu Grotten entlang der beeindruckenden Steilwand und traumhaften Buchten. Aufgrund der Wellen schwankt das Boot um bis zu zwei Meter. Wir stehen vor einer Grotte, unerwartet in einem Wellental gibt der Kapitän Vollgas und wir rutschen durch einen Tunnel in der Felswand hindurch in die Grotte. Überraschung und Begeisterung macht sich breit…

Fast zur Nebensache verkommt, dass die Öffnung in der Decke der Grotte die Umrisse Korsikas nachbildet. Wenn Ihr etwas Zeit habt, können wir die Fahrt also absolut empfehlen. Die Ausblicke sind wirklich schön.

Übrigens: Wir haben uns eine Nacht im Camping L’Araguina einquartiert. Von hier können wir zu Fuß in die Altstadt gehen und haben daher weder Probleme mit dem allmorgendlichen Stau noch mit den begrenzten Parkplätzen.

Am nächsten Tag brechen wir um 10 Uhr zur Fähre Richtung Sardinien auf. 30 Minuten vor geplanter Einschiffung wird die Fahrt von der Reederei abgesagt. Schiff kaputt. Informationen fliessen spärlich und nur auf Französisch und Italienisch.

Warten im Hafen von Bonifacio.

Mit einer gewissen Portion Hartnäckigkeit erkämpfen wir den Warteplatz Nummer 1 auf einer anderen Fähre vier Stunden später. Tatsächlich kommen immerhin vier der Wartelisten-Fahrzeuge mit. Die Einweiser sprechen zwar durchweg ausschließlich italienisch, aber wenn es um die Beladung des Schiffes geht wissen sie offenbar sehr genau was sie tun.

Wir sagen Adieu zu Korsika und Frankreich. Ab jetzt heißt es Ciao Bella!