Für drei von uns vieren beginnt der Tag um 4 Uhr morgens, von Hamburg nach Nizza mit dem Flugzeug, wo Salty schon auf uns wartet. Vom Flughafen geht es direkt zum Hafen. Wir freuen uns, dass wir als erster in der Reihe stehen, hat aber nichts zu bedeuten.

Aufgrund der Höhe unseres Autos fahren wir als letztes aufs Schiff. Der „Mega Express 1“ bietet alles was eine Fähre in den 80er Jahren bieten sollte.

Es gibt Restaurants, Cafés, eine Poolbar, ein Kinderparadis. Wir haben nur zwei Empfehlungen: 1. immer daran denken, dass Ihr keinen Freizeitpark sondern eine Überfahrt gebucht habt. 2. mit dem Origami aus dem Bordshop kann man viel Zeit verbringen (Bonus-Tipp falls ihr ohne Kinder unterwegs seid: die Stimmung ist (nur) dort gut, wo es Getränke gibt.

Pünktlich um 19:45 kommen wir in Ajaccio an. Wir wollen zum Camping California auf der anderen Seite. Wir wissen, dass die Rezeption dort um 23h schließt.

Google Maps schlägt zwei weite Routen vor und schätzt die Ankunftszeit auf kurz nach Elf. Wir entscheiden uns, wider besseren Wissens, gegen Maps und für die Empfehlung des VW Navis. Es wird ein Höllentrip:

Unsere Route führt mitten durch das mittlerweile nächtliche Hochgebirge. Uns ist seit über einer Stunde kein Auto mehr entgegengekommen. Warum? Weil nicht mal die Korsen nachts durch das Gebirge fahren, zumindest nicht diese Route.

Guter Bulle, böser Bulle?

Das gute an der Nachtfahrt, entgegenkommende Fahrzeuge würden wir frühzeitig sehen. So erlauben wir uns, die unmarkierte Piste mittig zu befahren und respektvoll Abstand vom Abgrund zu halten. Während wir erst einen schwarzen, später einen weißen Stier fast umfahren, einen Fuchs sehen, korrigiert das Navi unsere Ankunftszeit immer weiter nach hinten. Wir zuckeln mit 30 km/h die Bergpiste entlang, während das Navi an die Höchstgeschwindigkeit 90 km/h erinnert.

Viel zu spät und sehr erschöpft kommen wir am Camping California an. Hochdach hoch, Rückbank umklappen.. unsere erste Nacht als Familie verbringen wir auf dem Parkplatz vor dem (verschlossenen) Camping Platz.

Ziel erreicht, mit viel Aufwand und sehr erschöpft. Bonne Nuit.