Ihr Lieben,

Ihr wisst ja, wir lieben das Meer und die salzige Luft. Und ja, wir haben sicher eine Präferenz für die wilde Westküste und die Nordsee. Irgendwie haben wir dabei den Osten ganz vergessen.

Durch die Globeboot in Hamburg sind wir auf einen kleinen Camping Platz inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte aufmerksam geworden. Naturcamping, schlafen im tiefsten Wald, unter 30m hohen Birken und Kiefern, fernab von asphaltierten Straßen. Seeblick inklusive.

Werden wir nun also zu Süßwasser-Freunden? Sweet Love statt Salty Love? Der Reihe nach:

Die Fahrt von Hamburg dauert am Freitag Abend knappe zwei Stunden, die letzten 20 Kilometer ruckeln wir über eine staubige Piste, immer tiefer in die Wildnis. Uns begegnet hier um kurz nach sieben abends kein Auto mehr, das Navi zeigt „Offroad“.

Da die Rezeption schon geschlossen hat, stellen wir uns auf den recht leeren Platz, direkt am Wasser. Ein weiterer Bulli aus Berlin und drei Zelte stehen ebenfalls auf dem Platz. Dieser ist unfassbar ruhig, direkt am See gelegen, nur ein paar Floßboote schaukeln am Steg, während die Sonne untergeht.

Unweit des Platzes entdecken wir eine riesige Wollgraswiese. Was für ein magischer Ort.

 

Nur die Mücken, die uns etwas unvorbereitet treffen, machen uns schwer zu schaffen. Wir genießen den Sonnenuntergang in langer Kleidung und mit Mückenspray. Na gut, bei uns im Norden werden die kleinen Biesterchen normalerweise von der Brise weggepustet.

Trotz des Mücken-Intermezzos sind wir schwer beeindruckt, die Kids baden gleich am Morgen im klaren Wasser des Sees, die Vögel zwitschern lauthals vor sich hin, Handy-Empfang Fehlanzeige. Alles richtig gemacht.

Am Abend lockt die lauschige Floßbar und diesmal scheint unsere Mückenabwehr besser zu funktionieren.. Und dann sehen wir noch eine Hirschkuh in der Dunkelheit. Übrigens nicht das einzige Wildtier, welches nachts auf den Platz kommt. Regelmäßig finden sich hier Rehe, Wildschweine und Waschbären ein. Den Müll am besten schon abends entsorgen.

Auf einer ausgedehnten Paddeltour am nächsten Tag sehen wir nicht nur Fischotter, Eichelhäher und Seeadler. In einem urwaldartigen Seitenarm treffen wir in einer Lichtung auf eine Hirschfamilie, die sich bereitwillig ablichten lässt. Sie haben wohl hier noch keine negativen Erfahrungen mit Menschen gehabt.

Wir paddeln weiter, vorbei an Seerosen und Seegras, und merken, wir sind schon sehr verliebt in dieses Naturparadies.

Wir wünschten, es würde überall mehr von diesen wunderbaren Flecken geben. Allerdings ist durch die andauernde Maihitze und Trockenheit die Waldbrandgefahr auf der höchsten Stufe. Es ist eben nicht nur der Süden Europas der unter extremer Trockenheit leidet.

Wir kommen auf jeden Fall wieder hier und an andere Plätze in der Region. Die vielen netten Menschen, die wir aus der Region kennenlernen durften, wissen den Wert der Natur jedenfalls zu schätzen. Vielleicht könnten sich andere Teile des Landes hiervon eine Scheibe abschneiden. Bisher weist der NABU die meisten Naturparadiese im Osten aus.

Übrigens: Die Camping Platz Besitzer baten darum, dass der Name des Platzes nicht im Blog veröffentlicht wird. Der Platz soll ein Ort für Naturliebhaber bleiben, ohne viel Rummel und Schickimicki. Das respektieren wir natürlich, sind aber um so gespannter auf Eure Naturparadiese. Bei Interesse schickt gerne eine Nachricht.

Und ja, wir bleiben natürlich Salzwasser-addicted und freuen uns jetzt wieder aufs Meer. Aber noch am heutigen Dienstag lassen uns nicht zuletzt die juckenden Mückenstiche lächelnd zurückblicken.

Bis bald, Sweet Love.