Moin!

falls Ihr im Norden wohnt, habt Ihr vielleicht bemerkt, dass es morgens schon ganz schön fröstelt. Der Winter schickt seine Vorboten.

An diesem Wochenende hatten wir etwas ganz besonderes vor. Mit der Waldläufer-Akademie ging es auf den Spuren der Eiszeit durch das herbstliche Naturschutzgebiet Höltigbaum im Norden Hamburgs. Statt 1 mm Bodenfrost bewegte sich in der Eiszeit hier eine 300m dicke Eisschicht über das Land.

Auf dem Weg hierher hatten wir uns schon gefragt, warum wir am Wochenende eigentlich um halb 8 aufstehen, um eine Wanderung im Wald zu unternehmen und irgendwie waren wir auch noch etwas unausgeschlafen, als wir uns der Gruppe anschlossen. Statt 12 Teilnehmern waren es nur sechs Männer, teilweise in langen Laufhosen. Naja, dachten wir: Heißt ja auch Waldläufer-Akademie.

Im schnellen Schritt ging es dann auch zur Sache, es wurde vorgerechnet dass es 5,5 km/h im Schnitt mindestens sein sollten, um 100km in 24 zu schaffen. Bei Kilometer drei wurde uns bewusst, dass wir uns der falschen Gruppe hier im Nirgendwo angeschlossen hatten. Reichlich verschwitzt und mit dann einer Stunde Verspätung konnten wir dann doch noch zu unserer Gruppe finden.

Nachdem jetzt klar war, dass wir aus sportlicher Sicht, den Rest des Wochenende nichts mehr vor hatten, konnten wir uns ganz auf die mega spannenden Informationen zu Geologie, Steinzeitfunden und Naturschätzen des ehemaligen Truppenübungsplatzes (?!) einlassen.

Man kann hier sehr gut die Spuren der Eiszeit sehen und wie die Gletscher die Landschaft formten. Viele Biotope sind einzigartig und besonders geschützt. Mittlerweile weiß man, dass hier früher Rentiere gelebt haben und diese mit Harpunen gejagt wurden. Genau: die Tierchen wurden am liebsten mit Booten gejagt, weil sie schwimmend ein leichteres Ziel abgeben und am Boot festgebunden leichter transportiert werden konnten. Schon Wahnsinn, was Geologen alles herausfinden. Es gab noch viele weitere Geschichten. Von Nordseefischen, die hier im Salzwasser gelebt haben bis hin zum Steinzeit-Tatoo gestochen mit Schlee- und Weißdorn-Nadeln und Asche von verbrannten Tieren. Weitere tolle Geschichten erfahrt Ihr direkt bei der Waldläufer-Akademie.

Nach drei Stunden Wanderung durch das beeindruckend schöne Gebiet, gelangten wir dann zum Areal der Waldläufer. Hier könnt Ihr alles zum Überleben im Wald, Schnitzen, Feuermachen erlernen.

Wir haben dann auch gleich das Feuer gemacht. Mit Holzspindel, Muskelkraft, Zundernest und Puste. Hat etwas gedauert, aber als die Flammen dann loderten, gab es nichts schöneres als den Duft der leckeren Zimtschnecken aus dem Dutch Oven in der untergehenden Abendsonne.

Die Tour kann bei Globetrotter oder individueller direkt bei der Waldläufer-Akademie gebucht werden. Schaut Euch doch mal die Website der Akademie oder unser Dutch oven Rezept an. Viele Kurse sind für Outdoor Fans sicher ein Muss und wir werden wiederkommen. Ganz klar. Danke an Kai und Tobias für diesen wundervollen Tag.