Wir sparen ja nicht mit Liebeserklärungen an Orte die wir besuchen. Ihr ahnt es, in diesem Blogpost wird es nicht anders.

Am Wochenende sind wir spontan nach Kopenhagen gefahren. Die Hauptstadt unser Nachbarn in Dänemark. Die Stadt wird besungen als „Friendly old girl of a town“. Sie bietet so viel Geschichte und Kultur.

Was uns aber überrascht, ist die Jugendlichkeit, Progressivität, Spontanität und Energie aber auch die entspannte Gelassenheit die diese Stadt und die Menschen ausstrahlen.

Wir übernachten auf dem Camping Platz DCU Camp Absalon. Dieser Platz liegt etwas außerhalb, vielleicht vergleichbar mit Hamburg Wilhemsburg. Im Sommer ist sicherlich richtig was los mit vielen Familien, im Winter sind wir die einzigen unter 50. Aber wir sind happy: Duschen sind gut und warm, alle freundlich und die Innenstadt ist über die Bahnverbindung (Bahnhof 10 Minuten vom Platz) sehr gut, binnen 15 Minuten, zu erreichen.

Unsere Stadtbesichtigung beginnen wir im Westen der Innenstadt an der Station Nørreport.

Zum Frühstück empfehlen wir das 42Raw Pilestræde. Es scheint als gäbe es hier mehr vegane Cafés als in vielen anderen Städten, hier ist es zudem noch gluten- und laktosefrei und nichts wird auf mehr als 42°Celsius erhitzt (daher der Name).

Es ist einer dieser Läden, wo sich gesundes Essen mit einer Art von szenigen Lifestyle vermischen.

Zugegeben, solche oder ähnliche Cafés findet man in jeder Stadt. Mittlerweile verzichten wir (machmal) gerne auf die kulinarischen Besonderheiten eines Ortes zugunsten bestimmter (veganen) Gerichte. Mal ehrlich. So manches Lokalgericht grenzt ja auch eher an Folklore, oder? (#labskaus)

Weiter geht’s! Uns fällt auf, wieviele Läden aus den Nordics schon zu uns gekommen sind.

Insgesamt findet das Leben hier trotz der eisigen Temperaturen draussen statt. Überall laden Restaurants mit Tischen drinnen und draußen zum Verweilen ein und überall sind Fahrräder und Fahrradfahrer. 30% der Kopenhagener nutzen täglich das Fahrrad. Respekt.

An vielen Ecken gibt es Miet-Fahrräder und die Stadt ist durchzogen von Fahrrad-„Autobahnen“. Über GoBike melden wir uns direkt über das Display am Fahhrad-Lenker an und leihen uns zwei E-Bikes. Mit Navi und Extra-Antrieb ist Schluss mit Gemütlichkeit und wir düsen durch dir Stadt. Achtung an Radfahrer: Helm ist hier eher uncool, dafür aber straffe Disziplin, bei Handzeichen vor Abbiegen, Bremsen. Auch das Schieben bei der Straßenüberquerung wird sehr ernst genommen. Von allen!

Und Fußgänger: Die Gnade der Autofahrer habt Ihr, aber auf den besagten breiten Fahrrad-Wegen seid Ihr unaufmerksam in ernster Gefahr. Just sayin‘.

Am Amagertorv Platz angekommen, gibt es viele nette Cafés. Und wenn Ihr diese Dachterrasse findet noch eine gute Aussicht dazu.

Am östlichen Ende des Fußgänger-Bereiches findet Ihr Nyhavn. Hier ist es sehr touristisch, aber auch wirklich sehr hübsch mit den bekannten bunten Häusern.

Wenn Ihr noch ein bisschen Zeit habt, lohnt sich ein Abstecher zum Superkilen Park im Westen.  Erst recht, wenn Ihr ein Skateboard dabei habt. Auch zeigt sich, dass die Kopenhager am liebsten draußen sind.

Ansonsten lädt Versterbro westlich des Hauptbahnhofs zum Schlendern ein. Neben den verschiedenen Straßen Værnedamsvej oder Istedgade hat uns das Café Mad & Kaffe am besten gefallen.

Und dann ist da ja noch die bekannteste Touristenattraktion. Nein, nicht die kleine Meerjungfrau, sondern dass autonome Gebiet des Freistaats Christiania. Die alternative Wohnsiedlung ist eine seit 1971 staatlich geduldete autonome Gemeinde. Ursprünglich ein Militärgelände wurde das Gebiet von Obdachlosen und Anwohnern in Beschlag genommen. Christiania wird gerne als Beispiel des progressiven Dänemarks herangezogen.

Gezogen wird hier allerdings vornehmlich am Joint. Bekanntestes Symbol von Christiania ist so auch die „Pusher Street“ auf der der „freie Handel“ mit „weichen“ Drogen floriert. Nicht alle Bewohner des Freistaats sind glücklich mit dem freien, offenen Verkauf, da er auch Kriminalität nach Christiania brachte. Am Ende gehört es zu Christiania und bringt neugierige Touristen und ausgebrannte Alt-Hippies auf eine interessante Art und Weise zusammen.

Beim Verlassen Christianias lesen wir auf der Rückseite des Eingangsschildes: „You are now entering the EU“. Und so treten wir ein, in unsere noch viel größere Werte- und Solidaritätsgemeinschaft. Mindestens genauso kühn und progressiv, geht es bei der EU ja auch um so viel mehr als nur um den „freien Handel“, nicht wahr?

Tauschbörse

So oder so, für uns steht fest: Wir kommen häufiger nach Kopenhagen. Was sollten wir uns unbedingt ansehen? Kommentiert gerne oder schreibt uns.