Auch der Süden Islands spart nicht mit Highlights. Von Osten kommend haben wir uns zunächst nahe Höfn im Guesthouse Nýpugarðar einquartiert.

Uns reizen im Süden am meisten die Eisberge in der Gletscherlagune Jökulsárlón und der Diamond Beach. Natürlich sind diese beide Highlights nicht die einzigen im Süden, dennoch sind wir sehr froh, dass wir hier mehrere Tagen haben und die Lagune bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen sehen können, von Mitternachtsonne bis Mittagsregen.

Natürlich ist dieser Ort, trotz der Kälte auch im Sommer ein touristischer Hotspot. Nehmt Euch die Zeit und fahrt mit dem Zodiac raus. Ihr seid warm eingepackt und könnt so die Ruhe und Magie der Eisberge und der Gletscherwand voll genießen. Zudem spart Ihr viel Geld, denn Ihr wisst danach, dass Ihr nicht mehr ganz nach Patagonien reisen müsst.

Nebenbei lernt man auch recht viel. Bei Flut strömt das Salzwasser mit Wucht in die Lagune, bei Ebbe entsprechend heraus. Die Eisberge werden dann an dem schwarzen Atlantikstrand nebenan angespült, und geben diesen aufgrund ihres Aussehens den Namen „Diamond Beach“. Don’t forget: Diamonds are girls best friends…

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Auf der Zodiak Tour erfahren wir, dass die Flut nicht nur die Robben erfreut, da mit ihr viele Fische in die Lagune gespült werden. Das Salzwasser verhindert auch das Zufrieren der Lagune. Dank des James Bond Filmes „Die another day“ wissen wir nun, dass die Lagune binnen 24h komplett zufriert (und Autos darauf fahren können), wenn der Zugang zum Meer gesperrt wird. Ich bin mir nicht sicher, wie die Robben das fanden.

Das Eis lernen wir, sieht bei Regen besser aus, weil das Blau noch mehr durchschimmert. Der Diamond Beach hat hingegen bei Sonne den größten Reiz. Wir sind einfach nur fasziniert. Kleiner Tipp, wer es ruhiger mag fährt zur Gletscherlagune Fjallsárlón. Auch sehr schön.

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Weiter Richtung Westen umkurven wir den Ausläufer des Vatnajökull mit dem aktuell recht aktiven Vulkanmassiv Öræfajökull, („der gefährlichste Vulkan Islands“) und dem Gipfel Hvannadalshnúkur (mit 2110 m die höchste Erhebung Island). Wem das jetzt auch schon zu viele komplizierte Namen waren, dem empfehlen wir learnicelandicvolcanoes.com. Einfach mal ausprobieren.

Ein absolutes Muss ist eine Gletscherwanderung auf dem Sólheimajökull, zum Beispiel mit Icelandic Mountain Guides. Es ist einfach unglaublich durch die Stille des mächtigen Eises und über blaue tiefe Gletscherspalten zu laufen. „Je neuer Dein iPhone, desto tiefer rutscht es runter“ sagt uns der Guide. Eine von vielen lustigen Anekdoten.

 

Es gibt aber auch Nachdenkliches: Wir lernen viel über den Rückgang des Eises und des Gletschers, ja auch in Iceland wird es irgendwann kein Eis mehr geben, und nicht nur in Holland wird es sehr viel mehr Wasser geben.

Weiter Richtung Westen lohnt in Kirkjubæjarklaustur nicht nur der Besuch der Schlucht.

Wir haben ja schon in der Askja entschieden, dass wir erneut hierher kommen werden. Dann werden wir auch die F206 und F267bis Laki fahren und natürlich unseren großen Traum zum Mælifell über F232 und F210 nachholen.

Weiter Richtung Reykjavik kommt der kleine Ort Vik mit dem berühmten Strand von Reynisdrangar. Bilder hierzu gibt es in unserem Post aus dem November 2017. Überhaupt ist für uns dieser Teil der Reise interessant, weil wir die Ringstraße hier bereits schon aus dem Winter kennen. Schon krass, was im Winter braun war ist jetzt grün und alles sieht irgendwie anders aus.

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In Dyrhólaey steht ein ikonischer Felsen mit einem Leuchtturm obendrauf. „Nachts“ (bei uns wurde es nicht dunkel) kann man hier im Juli die Papageientaucher fotografieren. Wir waren etwas durch den Wind, da wir hierher bei starken Nebel und Sturm von Höfn hergefahren sind. War eine verrückte Idee, abends um halb 9 hierher loszufahren und um 11 anzukommen. Spätestens als uns in Vik die Werbeschilder entgegenwehten, hatten wir arge Zweifel ob es schlau ist, bei Nebel und Sturm den steilen Matsch weg zum Leuchtturm hinaufzufahren. Zum Fotografieren ist es für unsere Kameras und ohne Stativ etwas zu dunkel. Bei dem Sturm gelingt es uns auch kaum die Kamera festzuhalten. Auch den Rückweg schaffen wir noch, Kaleo und AC/DC sei dank kommen wir um drei Uhr nachts in unserer Unterkunft an. Es gibt einfach so viel zu sehen, aber einen (zweiten) Tagesausflug um 21 Uhr zu starten, würden wir nicht empfehlen.

Trotzdem, von Dyrhólaey waren wir so beeindruckt, dass wir hierher noch mal am Tage gekommen sind. Immer noch sehr stürmisch. Tagsüber sind die Papageientaucher allerdings abseits der Klippen unterwegs, dafür lernen wir eine unfassbar süße und beeindruckende 80jährige Mutti kennen. Ihr Auto hat den Aufklebern zufolge schon die halbe Welt gesehen, viele Aufkleber aus Südamerika. Wir hätten sie befragen können, ob es sich lohnt nach Patagonien zu fahren, wenn man doch schon das (leider nicht so ewige) Eis Islands gesehen hat. Da wir aber ihre verschoben Tür reparieren, vergessen wir ihren Wissenfundus anzuzapfen. Immerhin nach 20 Minuten gelingt es uns mit etwas Nachdruck die Tür wieder zu reparieren, so dass sie wieder schließt. Früher hätte ihr Mann die Tür wohl repariert. Buon viaggio cara nonna!

Für uns ist sind die Gewächshäuser von Hvolsvöllur ein absolutes Highlight. Dank der ganzen geothermalen Energie haben die Isländer nicht wunderbare Hot Pots, sondern auch warme Gewächshäuser mit emmissionsfreier Energie für Tageslichtlampen. Hier wird also viel Gemüse angebaut, insbesondere Tomaten, ohne Pestizide und mit saubersten Wasser (Tomaten bestehen zu 70% aus Wasser). Alleine die Bienen kommen aus Holland, alles ist Bio und interessant nachzulesen. Irgendwie sieht es hier anders aus als in Almeria. Wir finden, ein Besuch lohnt sich sehr.

Wir passieren den Vulkan Katla (nachdem unser Reiseveranstalter benannt ist) und den Eyjafjallajökull (der 2010 viele Reisen in Europa verhindert hat). Falls ihr noch keine Vulkan-Begeisterte seit, bietet sich ein Besuch des Lava Centre – Museums an. Es ist schon krass, wie das Magma aus dem Erdkern am Ende mit Island verbunden ist und welche Kraft da unter unseren Füsschen brodelt.

Für viele ist der Seljalandsfoss eines der ersten Top-Spots, für uns ist es einfach der wunderschöne Abschluss unserer Island-Reise. Im Winter war der vereiste Weg hinter dem Wasserfall gesperrt, heute scheint die Sonne und Island verabschiedet sich noch einmal in allen Farben des Regenbogens von uns.

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