Bevor wir von Husavik in Richtung Osten aufbrechen, haben wir früh morgens etwas ganz besonderes vor. Husavik ist der vielleicht wichtigste Ort für Walbeobachtungen. Insbesondere für Buckel-, Fin- und Minkwale.

Falls Du schon etwas länger unseren Blog verfolgst, kennst Du unsere Passion für die großen Tiere. Vielleicht noch etwas verschlafen, aber bereits in voller Wärme-Montur geht es, im Zodiac in einer Mini-Gruppe raus auf den Fjord Eyjafjörður.

Im Überschwang sage ich Anna, dass ich mir ein Wal-Tattoo machen werde, sollte ich so ein ikonisches Foto von einer Schwanzflosse hinbekommen.

Wir haben uns recht intensiv informiert, sowohl über die Anbieter, als auch über die Boote. Wir haben uns für eine Fahrt mit einem Zodiak entschieden.
Für uns war wichtig, dass der Anbieter seriös ist und die Vorgaben für nicht störendes Whale Watching einhält.

Tatsächlich muss man schnell sein sobald irgendwo eine Fontäne zu sehen ist. Die Wale tauchen an der selben Stelle wieder auf, an der sie ca. 10 Minuten vorher untertauchen.

Man wartet also, mit abgestellten Motor treibend und mit den Wellen wippend, 2 Minuten, 3 Minuten, 10 Minuten und dann „Pffum“ schießt neben Dir eine Fontäne.

Ein Minkwal, dann ein Buckelwal, später mehrere Buckelwale. Es ist schwer die ganze Größe zu erfassen, da immer nur ein Teil des Wals zu erkennen ist.

Und dann, zeigen uns die Wale ihre wunderschöne Schwanzflosse, auch mal ihren Bauch, schauen uns in die Augen. Wow. Wow. Wow.

Die Wale schienen sich nicht an den Booten zu stören. Irgendwann fragt man sich, wer beobachtet hier eigentlich wen?

Wir danken allen, die sich für den Erhalt und Schutz der Wale einsetzen und wir wissen, die meisten Isländer tun dies auch. Ein Brenevin auf Sea Shepard und Hard to Port und nun wohl auch auf mein erstes Tattoo ?

Nach dem Frühstück geht es in Richtung Süden. Der Goðafoss gehört zu den wichtigsten touristischen Zielen und liegt direkt an der Ringstrasse. Ein Besuch lohnt sich trotz der Menschenmassen. Am Ende des Wasserfall ist es etwas ruhiger und man sollte früh dorthin fahren.

Der Wasserfall ist einfach wunderschön, da auf einer Breite von 30 Metern das Wasser des Flusses Skjálfandafljót 12 Meter in die Tiefe stürzt.

Dann geht’s dann weiter Richtung Osten, zum Dettifoss, dem mächtigsten Wasserfall Europas. Sieht ein bisschen schmuddelig aus, er ist nicht der schönste. Aber durch die pure Wassermenge und dem tiefen Fall in die lange Schlucht, ist dies der mächtigste Wasserfall Europas.

Wir stellen hier immer wieder fest, wie groß, mächtig und kräftig die Naturgewalten der Erde und insbesondere Islands sind.

Da wir noch ein bisschen was vor haben, geht es weiter auf unsere 8-stündige Pisten Tour zur Askja.

Die F88 ist wie so oft überschwemmt, daher nehmen wir die nächste Möglichkeit über die F905, aber vorher noch tanken. Wir mussten etwas schmunzeln, weil wir ein paar Minuten den Zapfhahn gesucht haben.

Die F905 ist ein Höllenritt für Mensch und Auto. Es sind gar nicht die Furten. Die Strecke ist schon recht anspruchsvoll. Ein Schlagloch-Festival über 80km, wird abgelöst von Tiefsandpassagen, dann geht es wieder quer durch Lavagestein und eine kurvenreiche Hindernistour im Schleichtempo.

Bevor Ihr zur Askja fahrt, bitte ein paar Sachen beachten:

Wasser mitnehmen, Zeit haben, 10h bis Sonnenuntergang wenn Ihr am selben Tag wieder zurück wollt, Tanken, ggf. noch einen Ersatztank mitnehmen.

Und bitte schaut Euch vor Abreise safetravel.is an. Die F88 ist machbar, aber meist mit Wassertiefen über 50cm, daher nicht für jedes Auto geeignet.


Leider haben wir viele Autospuren abseits der Piste gesehen, es dauert Jahre bis diese Spuren wieder verschwinden.

Wir lieben die Freiheit, hier im Askja Gebiet haben wir uns so frei wie selten irgendwo gefühlt. Einfach schade, dass einige diese Freiheit missbrauchen.

Wir haben hier an diesem Ort beschlossen im nächsten Jahr wiederzukommen.

Wir brauchen mehr Zeit an diesem wundervollen Platz der Erde.