Der Norden Islands, ganz nah am nördlichen Polarkreis bietet unheimlich viele reizvolle Landschaften und Erlebnisse, auch abseits des gut besuchten Gebiets um den Myvatn See.

Wir erreichen den Norden nach einer zweitägigen Tour über die Kjölur Piste (F35) durchs Hochland. Nach zwei Abenteuerlichen Tagen freuen wir uns ausnahmsweise über Asphalt unter den Reifen und insgesamt angenehmere Temperaturen.

Und an Highlights mangelt es im Norden auch nicht.

Von der Kjölur kommend lohnt sich ein Abstecher über die 75 nach Sauðárkrókur. Der einsame schwarze Strand hat etwas magisches. Insgesamt scheint es hier nicht so wild zuzugehen, wie an der stürmischen Südküste.

Die Gegend ist geprägt von langen, atemberaubenden Fjörden. Unsere erste Station ist Akuery am 60 km langen Fjord Eyjafjörður. Das kleine Städtchen liegt nett und hat einen Hafen. Wir übernachten gegenüber im Hotel Sveinbjarnargerdi und freuen uns noch bis spät an der Mitternachtssonne und dem Blick über den Fjord.

Am nächsten Tag geht’s zum Myvatn See. Wir entdecken den nicht zu übersehenden schwarzen Tuffring Hverfjall. Die Größe und der Ausblick von oben sind atemberaubend. Hier sind auch weniger Touristen. Dies liegt allerdings an den orkanartigen starken Windböen.

Da wir Angst haben müssen, vom Kraterring gepustet zu werden, knien und liegen wir auf dem Boden. Unsere Gesichter sind ascheschwarz und wir versuchen nur noch rasch nach unten zu kommen. Was für ein Abenteuer.

Wirklich beeindruckend ist auch das gelbe Geothermalgebiet Hverir wenige Kilometer weiter. Hier dampft und brodelt es überall. Man spürt die unendliche Kraft des Erdkerns.

Auf dem Weg zur Krafla passieren wir den fotogenen über 70 Grad heißen Blue Lake und das Kraftwerk Krafla.

Der schöne Viti-Krater-See ist auf jedenfall ein Besuch wert. Viti bedeutet übersetzt „Hölle“ und der Krater entstand durch Wasserdampfexplosionen beim Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma.

Wieder zurück am Myvatn und weiter auf der Straße nach Husavik versuchen wir unsere Eindrücke zu sortieren. Dann plötzlichen stellen wir fest, dass auf der Route 87 gerade die komplette Straße erneuert wird. Wie sind uns nicht ganz sicher, ob wir auf der Baustelle geduldet sind, fahren aber weiter, nicht wissend, ob wir die Baustelle irgendwo wieder verlassen können. Umdrehen ist aber erst einmal keine Option.

Tatsächlich gelangen wir irgendwann an das Ende der Baustelle und nach dem ein Schaufelbagger den vor unserm Kotflügel abgeladenen Schotterberg beseitigt, können wir dann tatsächlich weiterfahren.

Die Landschaft links und rechts der Straße ist atemberaubend. Fast etwas schade, dass hier nun eine asphaltierte Straße entsteht. Irgendwie gefällt uns das langsame, beschauliche Island mit seinen Schotterpisten.

Weiter geht es Richtung Husavik, wo wir im Farmhouse Saltvik, einem Gästehaus und Pferdefarm, übernachten. Reichlich übermüdet machen wir gegen Mitternacht noch ein paar Pferdebilder und fallen ins Bett.

Aber Ihr könnt Euch schon auf den nächsten Bericht freuen: „Islands aufregender Norden, 2. Teil: Wale, Wasserfälle und das große Askja Abenteuer“.