Guten Morgen aus Verdon!

Nein, wir haben nicht hier oben übernachtet, sondern auf dem Campingplatz am Flussufer. Aber der Blick rechtfertigt jede Pause, oder? Nachdem wir Euch gestern die Schlucht von unten gezeigt haben, geht es heute hinauf auf die kurvenreiche La route des Crêtes. 

Da wir heute noch nach Nizza wollen, entscheiden wir uns für die bequeme Rundtour mit dem Auto auf der Kammstraße (Crêtes = Kamm).

So bequem ist es allerdings gar nicht, wenn man plötzlich feststellt, dass es rechts vom Beifahrerspiegel mehrere hundert Meter in die Tiefe geht. Wir empfehlen die Route im Uhrzeigersinn zu fahren.

An einigen Stellen geht es sogar 700 Meter runter, dementsprechend atemberaubend sind die Ausblicke, insbesondere an den ausgewiesenen Belvédères. Höhenangst?

Wenn die Antwort auf die Frage nach der Höhenangst „nein“ lautet, und Ihr mehr Zeit habt als wir, empfehlen wir eine der zahlreichen Wander- und Kletterangebote wahrzunehmen. Wir geniessen derweil die Thermik über dem Abgrund, den leichten Schwindel und die gigantische Schönheit der mächtigen, schroffen Felsen …und vergessen die Zeit bei jedem einzelnen Haltepunkt. Natürlich ist der Grand Canyon in den USA viel größer und es gibt auch andere Schluchten in Europa. Aber die Farben, die extreme „Steilheit“ über hunderte von Metern geben diesen Ort etwas sehr erhabenes, magisches.

Und dann, dann entdecken wir die riesigen Greifvögel die majestätisch Ihre Runden ziehen.

Ein Motorrad-Pärchen mit Profi-Kamera und Objektiv klärt uns auf, dass es sich bei einigen tatsächlich um Adler handelt. Mittlerweile kommen die ja recht selten vor und sind vom Aussterben bedroht. Wow!

Die meisten Greifvögel hier sind allerdings Gänsegeier, nicht minder beeindruckend mit ihren 2,60 m Spannbreite und ihrem eleganten Flug ohne Flügelschlag. Die Tierchen sind trotz des galanten Flugs sehr schnell und für unsere Kamera schwer einzufangen.

Wir blicken noch ein letztes Mal etwas nachdenklich auf diese wunderschöne Naturlandschaft zurück und fahren viel später als geplant Richtung Nizza, wo eine ganz andere Naturgewalt auf uns warten soll.