So, liebe Naturliebhaber.

Heute haben wir was ganz besonderes mit Euch vor.

Eine gute halbe Stunde von Hamburg entfernt, befindet sich das Tister Bauernmoor. Das Naturschutzgebiet ist ganzjährig einen Besuch wert, warum wir heute aber um 5:45 in die niedersächsiche Provinz aufgebrochen sind, erfahrt ihr jetzt.

Moore sind ja nicht nur ein wichtiger Kohlenstoffspeicher, sondern bieten auch viele Tieren einen Lebensraum.

Wir sind hier, weil hier zu dieser Jahreszeit bis zu 10.000 Kraniche pro Tag einen Zwischenstopp einlegen und wir uns das vom Aussichtsturm im Tister Bauernmoor ansehen wollen.

Mit Taschen- und Stirnlampe bewaffnet stapfen wir also durch das nächtliche Moor, um vor dem Morgengrauen am Aussichtsturm zu sein. Schon weit über 1.000 m entfernt hören wir das Tröten der Kraniche.  Bisschen gruselig im Moor, irgendwie aber auch romantisch und aufregend.

Oben am Aussichtsturm angekommen, sitzen schon überraschend viele, angespannte Profi- und Hobby-Ornitologen mit Stativen und Objektiven. Nach einem fröhlichem Moin zur Auflockerung und der witzig gemeinten Frage, ob der Kaffee schon fertig sei, keine Antwort. Schlussfolgerung: hier trinkt keiner Kaffee und es hatte auch noch keiner welchen.

Möglicherweise liegt die verhaltene Freude auch an dem dichten Nebel. Statt tausender Kraniche vor der aufgehenden Sonne gestaltet sich unser Heinz-Sielmann-Blick leider nur so:

Eine Mischung aus „Nebel des Grauens“ und Alfred Hitchcocks „Die Vögel“.

Sobald es hell wird, brechen die Kraniche zu umliegenden Feldern oder weiter gen Süden auf. Deswegen erstmal frühstücken und warten bis sich die Sonne durch den Nebel brennt.

Wir geniessen die morgendliche Stille im Moor und entdecken unweit des Schutzgebietes doch noch zahlreiche Kraniche, die majestätisch elegant ihre Kreise ziehen. Offenbar hat nur der Steinadler eine größere Spannweite. Spannend oder?

Es werden immer mehr Vögel und am Ende verfliegt auch der Nebel, ein wunderschöner Anblick.

Für uns liegt der Reiz des Moores in der Andersartigkeit. Es scheint nicht mehr viele solcher Plätze zu geben, in der die Natur so sein kann wie sie ist. Danke also an alle, die sich für den Erhalt einsetzen.

Für uns geht ein schöner Vormittag zu Ende und überlassen Kreuzotter, Eidechse und Co. wieder ihr Revier.